Donnerstag, 28. November 2013

Erdbeeren - früher ernten im Kleingewächshaus

Erdbeeren - nach jedem Winter freut man sich auf die süßen, saftigen Früchte, vor allem, wenn die aus dem eigenen Garten stammen. Mit einem Kleingewächshaus kann man eigene Erdbeeren schon ab April ernten.

Manche Erdbeergourmets schätzen an der Erdbeere nicht nur ihre köstlichen Früchte, sondern auch die jungen Blätter – für Salat, Mischgemüse, Spinat oder Maibowle. Wer die Blätter trocknet, kann sie auch in der Hausapotheke nutzen: als Tee zubereitet gegen leichten Durchfall. Sogar die pflanzenfressenden Haustiere wie Kaninchen und Schildkröten freuen sich an Erdbeerblättern.

Wer mit der Ernte von Blättern oder Früchten nicht bis zur Freilandernte im Mai warten möchte, verfrüht seine Erdbeeren in einem ungeheizten Gewächshaus oder führt in einem warmen Gewächshaus die sogenannte Treiberei durch.

Für die Verfrühung oder die Treiberei vorgesehene Erdbeerpflanzen werden im Herbst in Töpfe gepflanzt und zunächst in ein Beet im Freien oder im unbeheizten Gewächshaus eingesenkt. Bei der Auswahl geeigneter Pflanzen achtet man besonders auf die Pflanzengesundheit – sie sollen gesund und kräftig entwickelt sein. Erfahrungsgemäß eignen sich neu gekaufte oder Pflanzen, die man noch nicht länger als ein Jahr im Garten hat, am besten.

Zunächst müssen die normalen Herbst-/Wintertemperaturen auf die Pflanzen einwirken, damit durch den Kältereiz die üblichen Winterprozesse in den Pflanzen ablaufen, ohne die sie im Frühjahr nicht zufriedenstellened austreiben und fruchten würden. Lediglich bei Herbst-/Wintertemperaturen unter –5 bis –7 °C werden die Pflanzen mit Reisig geschützt.

Die eigentliche Treiberei beginnt Mitte Dezember. Dann werden die Töpfe ins temperierte Gewächshaus gebracht beziehungsweise wird mit der Beheizung des Gewächshauses begonnen. Am besten stellt man die Töpfe auf Tische oder Hängeregale auf, damit die Erdbeerpflanzen einerseits möglichst viel Licht erhalten und andererseits dort besser beobachtet und gepflegt werden können. Die Temperatur wird zunächst langsam auf 10, später auf 20 °C erhöht. Die Wurzelballen dürfen in dieser Phase auf keinen Fall austrocknen, regelmäßiges Gießen ist also wichtig, aber ohne dass die Pflanzen im Wasser stehen.
Anzeige


Durch die Wärme und das Gießen beginnen die Erdbeerpflanzen zu wachsen. In dieser Phase werden sie mit einem flüssigen Volldünger gedüngt, den man alle ein bis zwei Wochen dem Gießwasser beigibt.

Die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus sollte während des Treibens nicht zu hoch sein und es wird auch nicht über die Pflanzen gegossen, da beides die gefürchtete Grauschimmelfäule fördert.

Ab Beginn der Blüte muss für die Befruchtung gesorgt werden. Da um diese Jahreszeit nicht genügend Insekten im Gewächshaus sind und wegen der geschlossenen Fenster auch kein Wind die Pflanzen bewegt, muss man ein wenig nachhelfen. Deshalb schüttelt man die Erdbeerpflanzen regelmäßig oder tupft mit dem Haarpinsel von Blüte zu Blüte (beides am besten am späten Vormittag). Etwa ab April sind die ersten Früchte erntereif.

Zur Treiberei eignen sich vor allem frühe und sehr frühe Erdbeersorten.

Auch wenn die meisten Erdbeersorten zwittrig sind und keine zweite Sorte zur Befruchtung zwingend nötig ist (eine Ausnahme ist die rein weibliche Erdbeersorte 'Mieze Schindler'), kann die Verwendung verschiedener Sorten mit ähnlicher Blühzeit zu reicheren Ernten führen. Und dann heißt es nur noch: Augen zu und genießen!
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Kapuzinerkresse

Schöner Herbstblüher, Vitaminbombe und lecker - beispielsweise in einem bunten Salat oder bunten Nudelsalat
-> Bunter Herbstsalat mit Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse blüht bis zum ersten Frost
Die Blüten der Kapuzinerkresse leuchten bis zum ersten Frost.
Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) wird von manchen nicht besonders wertgeschätzt, dabei ist sie so eine tolle Pflanze, die im Herbst noch einmal richtig aufdreht und mit ihren großen, gelben bis roten Blüten mit dem Herbstlaub um die Wette leuchtet.

Und gleichzeitig ist sie so preiswert - die Samen kann man für wenig Geld im Gartenhandel, Baumarkt und sogar im Supermarkt kaufen oder man kann sie (bei Freunden oder im eigenen Garten) von den Pflanzen sammeln, trocknen und bis zur Aussaat im nächsten April/Mai aufbewahren.

Anzeige
Gärtner Pötschke - wo Qualität und Freude sich verbinden

Einmal im Garten angepflanzt, sät sich Kapuzinerkresse auch gerne selbst aus und kann dann sogar zum unerwünschten Kraut ("Unkraut") werden, das sich allerdings leicht entfernen lässt - wenn man es übers Herz bringt.

Wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wie Senföle, Ascorbinsäure, Flavonoide und Carotinoide wird Kapuzinerkresse auch als Heilpflanze geschätzt - sie wurde von Wissenschaftlern der Universität Würzburg sogar zur Arzneipflanze des Jahres 2013 (welt.de) gekürt. Sie soll vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten und Harnwegserkrankungen wirken - genau das, was man um diese Jahreszeit doch braucht.

Frische und trockene Samen, Blatt und Blüte der Kapuzinerkresse
Frische und trockene Samen, Blatt
und Blüte der Kapuzinerkresse

Mit ihrem kresseartigen, leicht scharfen Geschmack peppen die jungen Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse klein gehackt jeden Salat auf.

Hier ein Rezept für einen herbstlichen Nudelsalat mit Feldsalat, Kapuzinerkresse, Cocktailtomaten und anderen Vitaminbomben.




Bunter Herbstsalat mit Kapuzinerkresse

Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse im bunten Salat
Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse werden feingehackt im bunten Salat verteilt
und einige zur Dekoration verwendet.
Zutaten:
(Mengen bzw. Mengenverhältnisse ganz nach Geschmack)
  • warme, gekochte Spiralnudeln
  • geputzter Feldsalat 
  • Cocktailtomaten, gewaschen und halbiert 
  • rote/gelbe Paprika, gewaschen und gewürfelt 
  • weiche Avocado - Fruchtfleisch mit einem Löffel in kleinen Stückchen aus der halbierten Frucht kratzen 
  • junge Kapuzinerkresse-Blätter, feingehackt 
  • Kapuzinerkresse-Blüten, feingehackt
  • einige Kapuzinerkresse-Blüten und Blätter für die Dekoration beiseite legen 
  • Salatsoße nach Geschmack, z. B. Vinaigrette aus Zitronensaft, Olivenöl, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer 

Alle Zutaten außer den Kapuzinerkresse-Blüten und -Blättern für die Deko in eine Schüssel geben, mit der Salatsoße übergießen und durchmischen. Als Letztes mit einzelnen Kapuzinerkresse-Blüten und -Blättern verzieren.

Abwandlungen des Rezeptes:
Keine Nudeln beimischen, sondern statt dessen gewürfeltes Weißbrot in Butter und/oder Champignons in Öl (in getrennten Pfannen anbraten), würzen und darüber streuen.

Weitere Verwendungsideen für Kapuzinerkresse-Blätter und -Blüten in der Küche
Man kann sie beispielsweise feingehackt in Kräuterbutter oder als äußere Verzierung von Kräuterbutter (Butterrollen oder -stücke darin wälzen) oder als Aufstreu auf einem leicht gesalzenen Butterbrot/Quarkbrot genießen.

Kapuzinerkresse als herbstliche Dekoration
Kapuzinerkresse als herbstliche Dekoration
Sie blühen auch noch im Herbst: Kapuzinerkresse,
Aster und Zauberglöckchen
Auch als Bestandteil einer herbstlichen Tischdekoration überzeugt die Kapuzinerkresse durch ihre Frische und Natürlichkeit.

Anzeige


Kapuzinerkresse: in der Nacht
auf den 25. November erfroren
Kapuzinerkresse verträgt keinen Frost
Mit der Blütenpracht ist es leider vorbei, sobald Blätter und Blüten Frost ausgesetzt waren - am nächsten Morgen, wenn der Reif taut, fallen sie zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Beet- oder Balkonbepflanzung für weniger Geld und ressourcensparend

Wer im Beet, Topf, Kübel oder Balkonkasten Pflanzen nur für eine Gartensaison oder kürzer ("Osterbepflanzung", "Sommerbepflanzung", "Herbstbepflanzung") anbaut, der kann seine Pflanzenpracht nicht lange genießen und muss spätestens im nächsten Jahr alles neu kaufen. Einerseits ist das teuer, andererseits fühlt es sich für die meisten Menschen nicht gut an, Pflanzen wie "Wegwerf-Deko" zu benutzen.

Hier gibt es ein paar Beispiele, wie man Beete oder den Balkon für weniger Geld und gleichzeitig etwas ressourcensparender bepflanzen kann.

Mehrjährige Pflanzen statt Einjahresblumen


zum Draußenüberwintern

Meine kleine Topf-Aster vom Vorjahr wurde im Staudenbeet zu einem großen Astern-Busch
Letztes Jahr habe ich mir im September zum Aufhübschen meiner Terrasse eine Aster im Topf gekauft. Sie war weniger als 30 cm hoch und recht kompakt. Als sich die Gartensaison dem Ende näherte, kurz vor den tiefen Frösten, habe ich sie in mein Staudenbeet neben die Terrasse gepflanzt. Und tatsächlich: Sie hat nicht nur den Winter überlebt, sondern sich zu einer stattlichen Aster von über einem Meter Höhe und Breite entwickelt, die seit Anfang Oktober kräftig lilafarben blüht.

Was lernt man daraus: Wenn man beim Kauf einer Pflanze darauf achtet, dass sie mehrjährig und winterhart ist, dann kann man mit ein bisschen Glück viele Jahre daran Freude haben. Zierpflanzen können allerdings mit Pflanzenschutz- oder Stauchemittel behandelt sein, damit sie klein und gedrungen bleiben - sie werden also in späteren Jahren möglicherweise viel größer. Außerdem entspricht die Blütezeit und Blütenfarbe beim Kauf nicht unbedingt der natürlichen Blütezeit oder Blütenfarbe im Freien.

Pflanzen, die oft als "Saison-Schmuckpflanzen" angeboten werden, aber mehrjährig sind:
  • Blumenzwiebel-Pflanzen (Narzissen, Tulpen, Cyclamen etc.), 
  • Astern (frühlingsblühende, sommerblühende, herbstblühende), 
  • Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica), 
  • Herbst-Chrysanthemen (Chrysanthemum indicum-Hybriden), 
  • Flockenblume (Centaurea montana), 
  • Freiland-Fuchsien (Fuchsia magellanica), 
  • Stauden-Sonnenblumen (Helianthus atrorubens und andere Arten), 
  • Lavendel 
  • und viele andere.
Falls man sie im Balkonkasten oder im Topf kultiviert hat, kann man sie im Winter entweder darin belassen oder sie im Herbst in ein Beet pflanzen. Falls man sie im Kasten oder Topf überwintern möchte (oder mangels Gartenbeet darin überwintern muss), zieht man die Gefäße nahe an die Hauswand und schützt sie eventuell zusätzlich mit Topfschutzhüllen o. ä. Im Winter, aber vor allem im Frühjahr, müssen Pflanzen mit oberirdischen Pflanzenteilen bei Sonnenschein vorsichtig gegossen werden, auch wenn die Erde noch gefroren ist.

Mehr Informationen zur -> Balkon- und Terrassenbepflanzung mit mehrjährigen Pflanzen und zur -> Gartengestaltung mit Stauden

zum Drinnenüberwintern (Kübelpflanzen)

Fuchsien kann man frostfrei überwintern.
Sie werden von Jahr zu Jahr größer und schöner.
Pflanzen, die in einem etwas wärmeren Klima mehrjährig sind, aber bei uns im Freien erfrieren würden, kultiviert man am besten als Kübelpflanzen - d. h. im Sommer stellt man sie ins Freie, vor dem Frost holt man sie an einen geschützten Platz (Gewächshaus, Wintergarten, kühler Raum etc.).

Pflanzen, die man an einem hellen Fenster in einem ungeheizten Raum überwintern kann, sind beispielsweise:
  • Fuchsien, 
  • Geranien, 
  • Margeriten 
  • und viele andere.
Mehr Informationen zur -> Überwinterung von Kübelpflanzen

Blumen, die Samen bilden

Die Kapuzinerkresse hat sich im vorigen Herbst
selbst ausgesät und verschönt mit ihren
orangefarbenen Blüten die Terrasse.


Sommerblumen und Stauden, die sich selbst aussäen oder von denen man Samen für die nächste Aussaat ernten kann, sind beispielsweise:

  • Akelei, 
  • Duftsteinrich/ Alyssum (Lobularia maritima), 
  • Schmuckkörbchen/ Kosmeen (Cosmos bipinnatus), 
  • Kapuzinerkresse
  • Hornveilchen (Viola cornuta)
  • Goldmohn/ Kalifornischer Mohn (Eschscholzia californica),
  • Jungfer im Grünen (Nigella), 
  • Löwenmäulchen, 
  • Ringelblumen, 
  • Gartenmohn, 
  • Sonnenblumen, 
  • Tagetes, 
  • Wicken
  • und viele andere.
Wer nicht möchte, dass aus geernteten Samen lauter unterschiedliche Pflanzen werden, der sollte nur von samenechten Sorten (also nicht von Hybridsorten) sammeln, da sich bei Hybridsorten die nächste Generation in lauter verschiedenartige Pflanzen aufspaltet.

Jungfer im Grünen sät sich selbst aus.

Die richtige Mischung finden

Für die meisten Freizeitgärtner ist eine Mischung aus Alt und Neu die richtige Lösung für Beet, Terrasse und den Balkon, denn in der Gartenpraxis überlebt nicht jede Pflanze und auch nicht jede Aussaat gelingt. Außerdem möchte man als Freizeitgärtner auch mal etwas Neues ausprobieren.

Also wird man beides tun: geeignete Pflanzen überwintern, von anderem Pflanzen die Samen ernten und diese selbst aussäen, und jährlich ein paar Pflänzchen neu dazu kaufen, um etwas Abwechslung zu haben und neue Erfahrungen sammeln zu können.
Schoten und Samen vom Kalifornischen Mohn Eschscholzia californica

Das könnte Sie auch noch interessieren: -> Gemüse vom Balkon


Montag, 23. September 2013

Erste Kübelpflanzen ins Winterquartier

Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen aus wärmeren Zonen
werden Ende September eingeräumt.
Keine Angst: Die Zeit, in der alle Kübelpflanzen ins Winterquartier müssen, ist noch nicht gekommen. Aber einräumen sollte man bereits Zimmerpflanzen, die in der Sommerfrische waren, sowie wärmeliebende Topf- und Kübelpflanzen. Die 6 °C Nachttemperatur, die wir aktuell z. B. in Oberbayern haben, mögen diese Pflanzen nicht.

Zu den Arten, die man jetzt Ende September bereits in geschützte Räume holt, gehören:

Bougainvillea, Chinesischer Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis), kälteempfindliche Kakteen- und Palmenarten (z. B. Kokospalme, Fischschwanzpalme), Palisander, Zierbanane, Zwergdattelpalme, Großblütige Thunbergie und andere.

Als Überwinterungsplatz eignen sich beheizbare Kleingewächshäuser, Wintergärten oder andere helle Räume mit Temperaturen zwischen
12 und 17 °C.

Die meisten Kübelpflanzen, wie die rot blühende Erythrina, müssen
erst kurz vor den ersten Frösten ins Winterquartier. 
Die anderen Kübelpflanzen folgen dann je nach Frosthärte und Wetterlage im Oktober, manche möglicherweise erst im November.
Diese weniger kälteempfindlichen Kübelpflanzen-Arten können bei niedrigeren Temperaturen überwintert werden.

Mehr zum Thema Kübelpflanzen-überwinterung siehe bei Kübelpflanzen überwintern.




Anzeige
Pötschke Ambiente - die neusten Dekotrends für Haus und Garten

Freitag, 13. September 2013

Das Staudenbeet entwickelt sich weiter

Herbstzeit ist Staudenpflanzzeit. Im letzten Herbst habe ich ein Staudenbeet angelegt. Jetzt ist die Zeit für ein Fazit sowie für ein paar Nacharbeiten gekommen.
Stauden: Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus' und Kugellauch Allium sphaerocephalum
Sommerblühende Stauden: Purpursonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus'
Kugellauch Allium sphaerocephalum und Salvia nemorosa 'Ostfriesland'

Tulpen 'Purple Flag' und 'Peer Gynt' Mitte April

Frühblühende Staude: Kugelprimel Primula denticulata Ende April
Alle Pflanzen gedeihen am besten an Standorten, die ihnen ähnliche Bedingungen bieten, wie ihre natürlichen Standorte. Das gilt auch für Stauden - bei ihnen ist es sogar besonders wichtig, denn mit Stauden möchte man viele Jahre lang Freude (und wenig Arbeit) haben.

Die Herausforderung bei der Planung meines Staudenbeets bestand darin, dass das Beet auf dem Tiefgaragendach liegt und den Pflanzen nur eine 15 bis 20 cm hohe Erdschicht zur Verfügung steht. Außerdem ist es ein schmales Beet direkt vor einer Südwand - das Klima ist also auch noch sehr heiß und trocken.

Frühblühende Staude: Pulsatilla vulgaris Ende April
Ich wählte daher für mein Staudenbeet vorwiegend Pflanzen, die an ihrem Naturstandort auch mit Trockenheit zurechtkommen müssen - vorwiegend Gräser und Blütenstauden für sogenannte Steppen- und Prairiegärten wie Purpursonnenhut, Kugellauch und Purpurkugellauch, Steppensalbei und andere (siehe auch (Frisch gepflanzt: Mein Staudenbeet auf dem Tiefgaragendach).

Allerdings haben diese Stauden in den Prairien und Steppen viel tiefere Böden zur Verfügung und ihre Wurzeln und Speicherorgane reichen dort weit hinab. Das musste ich während der extrem heißen Sommerphasen mit Bewässerung ausgleichen, sonst wären sie wohl vertrocknet. Da mein Tiefgaragendachboden eher steinig und nährstoffarm ist, habe ich die Stauden während der Wachstumsphasen im Frühjahr und Sommer außerdem mit einem organischem Dünger gedüngt.

Noch zur Pflanzenauswahl: Weitere Kriterien bei der Staudenwahl waren, dass die Stauden miteinander harmonieren und zur Farbe des Hauses und allgemein zur (Pflanzen-) Umgebung passen sollten.

Staudenbeet Mitte Mai: ein Meer von
Purpur-Kugellauch Allium aflatunense 'Purple Sensation'
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Entwicklung meines Staudenbeetes. Alle Stauden sind in ihrem ersten Herbst und Winter sehr gut angewachsen und gediehen auch in der folgenden Gartensaison prächtig.

Von Frühjahr bis jetzt blühte fast ständig etwas in meinem Staudenbeet - zuerst die frühblühenden Blumenzwiebeln und Stauden wie Krokusse, Tulpen, Kugelprimel und Kuhschelle (die beiden Letzteren hatte ich im Frühjahr nachgepflanzt), danach der wunderschöne Purpur-Kugellauch und bald darauf die anderen Stauden wie Steppen-Salbei, Kugellauch und Purpursonnenhut.

Demnächst sollte auch eine Aster zu einer purpurnen Wolke werden - das versprechen jedenfalls die zahlreichen Knospen. Sie ist eine von zwei Topf-Astern, die ich zum Aufhübschen der Terrasse im vergangenen Herbst angeschafft und später ausgepflanzt habe, von denen sich aber nur eine als winterhart erwies und diese wuchs zu einem riesigen "Asternbusch" heran.

Nicht nur ich, auch die Nützlinge wie Hummeln, Bienen und Schwebfliegen freuen uns an den Stauden und lieben das Beet.

Trotzdem gibt es ein wenig Nachbesserungsbedarf: An manchen Stellen im Staudenbeet sind kleine Lücken, an anderen entwickelten sich Pflanzen üppiger als erwartet. Ich musste und muss noch ein bisschen nachpflanzen und umsetzen. Vielen Dank an die Blumenbilder-Gärtnerin Fiona, die mir zum Lückenfüllen Ableger von Taglilien und Prachtkerze Gaura geschickt hat - die übrigens mitten im August ausgezeichnet angewachsen sind!

Ein paar kleine freie Ecken und zeitliche "Blühlücken" habe ich noch und die möchte ich diesen Herbst mit spätblühenden Blumenzwiebeln und Stauden (mehr blauer Steppen-Salbei, außerdem purpurne Duftnesseln und orangefarbene Schafgarbe) auffüllen.

Im Juni wurde die Wartezeit auf die nächsten Blüher etwas lang. Hier noch im Jungpflanzenstadium: Purpursonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus', Kugellauch Allium sphaerocephalon und (hinten) Frauenmantel Alchemilla
Apropos Blumenzwiebeln: Die Tulpen vom letzten Jahr haben sich als Überraschungseier entpuppt - die Farben fielen anders aus als erwartet. Ähnliche Überraschungen erlebte ich auch bei anderen Pflanzen: Das bestellte rotblättrige Lampenputzergras hatte grünes Laub mit weißen Streifen, der Purpursonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus' fiel bei jeder der drei bestellten Stauden hinsichtlich Pflanzenhöhe und Blüte anders aus. Und so weiter.

Jede Purpursonnenhut-Staude hatte andere Blüten und
auch von der Höhe her waren sie verschieden. Aber alle
waren schön. 
Aber warum ärgern: Das Staudenbeet war und ist trotzdem schön - jetzt im September blühen noch Purpursonnenhut, Steppensalbei und (zaghaft) auch die neu gepflanzte Prachtkerze. Alle Pflanzen haben nicht nur den ersten Winter, sondern auch einen heißen Sommer an einem schwierigen Standort sehr gut überstanden.

Nach einem Jahr Staudenbeet auf dem heißen Tiefgaragendach kann ich also einen Erfolg vermelden: Wenn man mit ein wenig Pflege nachhilft, gedeihen die genannten Stauden auch am Problemstandort wunderbar.



Anzeige Gärtner Pötschke - wo Qualität und Freude sich verbinden

Freitag, 16. August 2013

Einfach ernten und genießen

Ab August kann man "die Ernte einfahren" und die Früchte der Gartenarbeit genießen - das gilt gleichermaßen für Balkongärtner wie für Gartenbesitzer und "Urban Farmer" im Gemeinschafts-Gartenprojekt.

Die ersten Tomaten, Auberginen, Tomatillos und Chilis aus eigener Ernte in diesem Jahr
Kräuter, Rettich, Kohlrabi und andere Frühjahrsgemüse kann man zwar schon seit dem Frühjahr ernten, aber jetzt im August beginnt die Haupterntezeit für die Sommergemüse - die Fruchtgemüse der mediterranen und südamerikanischen Küche wie Tomaten, Auberginen, Tomatillo, Chili, Paprika & Co.
Anzeige

Die Sommergemüse wurden wie immer erst nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt- bei mir in Töpfe und Kübel. Je nach Standort und Höhenlage mussten sie in diesem Jahr trotzdem ein paar Mal vor tiefen Temperaturen geschützt werden, als außerplanmäßige Nachtfröste drohten. Während der intensiven Regenperiode verteidigten wir die Pflanzen gegen Ertrinken und gegen Schnecken. Und während der verschiedenen Hitzeperioden schleppten wir kannenweise Wasser heran. Wir hegten und pflegten sie, wir düngten (auch Kompost ist ein Dünger!), rupften unerwünschtes Beikraut heraus, lockerten den Boden bzw. die Erde im Topf und pinselten oder spritzten (mit Wasserpistole oder dem Schlauch) Läuse von Blättern und Trieben ab.

Habanero-Chili-Pflanzen unter den Rock geschaut

Wann sind Fruchtgemüse erntereif?

Und nun werden wir belohnt: Saftige Tomaten, knackige Chilis, würzige Tomatillos und frische Auberginen aus dem eigenen Garten, Kleingarten, Gemeinschaftsgarten, von der Mietparzelle, dem Balkon, der Terrasse oder anderen Orten des urbanen Gartenbaus bzw. urbanen Freizeitgartenbaus. Gemüse kann nämlich fast überall wachsen: im Gartenbeet, im Hochbeet oder Hügelbeet, im Topf und im Kübel, im Balkonkasten oder in einer Hängeampel.

Tomaten sind erntereif, wenn die äußere Fruchtfarbe die Reifefarbe angenommen hat und sich die Früchte an der "Sollbruchstelle" von der Traube lösen lassen. Auberginen sind erntereif, wenn die Früchte nicht mehr durch und durch hart sind, sondern auf Druck leicht nachgeben. Das Fruchtfleisch innen sollte nicht mehr grün, sondern weiß sein - die Samen jedoch noch nicht braun gefärbt sein (ist aber nicht schlimm, wenn doch).

Tomatillos sind erntereif, wenn sie ihre
Hülle ausfüllen oder sprengen
Chili und Paprika kann man grün (unreif) oder nach Ausbildung der Fruchtfarbe (je nach Sorte gelb, rot, orange) ernten. Es gibt auch Sorten, die von Hellgelb über Orange nach Rot abreifen. Je reifer die Chili oder Paprika, desto aromatischer und süßer schmeckt sie.

Tomatillos sind reif, wenn sie die Hülle ausfüllen und diese aufplatzt.

Nun muss man sich nur noch überlegen, zu welchen Köstlichkeiten man seine Ernte verarbeiten möchte. Bei mir gibt es heute wohl ein Mischgemüse aus Auberginen, Tomaten, Tomatillo, Chili und Knoblauch mit Reis. Und darüber wird etwas Schafskäse gebröckelt.



Garten-Know-how 

Sonntag, 11. August 2013

Wann sind Tomaten reif?

Die Frage "Wann sind Tomaten reif?" taucht immer wieder auf - vor allem bei Sorten, die nicht rot ausreifen, sondern gelb, orange, braun, dunkellila oder mehrfarbig. Die Frage der Reife ist nicht nur hinsichtlich des Geschmacks wichtig, sondern auch wegen des Gehaltes an Solanin.

Reife Tomaten  Solanin in Tomaten  Tomaten nachreifen

An der Sollbruchstelle ist der Fruchtstiel geknickt.
Reife Früchte lösen sich, wenn man die Frucht in die Hand nimmt
und mit dem Daumen gegen den Knick drückt.
Gerade, wenn man eine Sorte zum ersten Mal anbaut, ist man unsicher, wann man die Früchte ernten soll, denn auch wenn die Fruchtschale schon die Reifefarbe zeigt, können die Früchte innen noch grün sein. Unreife grüne Früchte schmecken meist nicht und sie enthalten Solanin, welches in großen Mengen gesundheitsschädlich ist und Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Durchfall und ähnliche Symptome hervorrufen kann oder Schlimmeres.

Anzeige


Tomaten sind reif, wenn sie sich leicht ernten lassen.
Bei Tomaten befindet sich oberhalb des Fruchtstielansatzes eine Sollbruchstelle. Beim Ernten drückt man leicht gegen den kleinen Knick. Ist die Frucht reif, löst sich der Fruchtstiel genau an dieser Sollbruchstelle. Je weiter die Reife fortgeschritten ist, desto leichter lässt sich die Tomate ernten. (Eine Ausnahme sind Rispentomaten, auch Trosstomaten genannt: Da man bei diesen Tomaten nicht möchte, dass sich die Tomaten von der Traube lösen, hat man die Sollbruchstelle mehr oder weniger weggezüchtet.)

Der optimale Erntezeitpunkt bei Tomaten
Der Geschmack der Tomate hängt zu einem großen Teil vom Zucker-Säure-Verhältnis in der Frucht ab: Je reifer die Frucht, desto weniger Säure enthält sie und desto höher wird der Zuckergehalt. Die Tomate wird also mit der Reife süßer, aber ab einem bestimmten Punkt auch fader und manche Sorten auch mehlig. Es bleibt also trotz Sollbruchstellentest ein gewisser Spielraum für die Ernte und man muss letztendlich für jede Sorte und Verwendung (Salat, Soße, Suppe) testen, wie sie einem am besten schmeckt: zu Reifebeginn (viel Säure, wenig Zucker), vollreif (sortentypisch optimales Zucker-Säure-Verhältnis, ausgebildete Aromastoffe) oder überreif (wenig Säure, viel Süße - aber manchmal auch fad).

Reife Früchte mit Sollbruchstelle am Fruchtstiel
Reife Früchte, die sich bei der Ernte an der Sollbruchstelle lösen ließen

Solanin in Tomaten
Solanin ist ein giftiges Alkaloid, das ab einem Gehalt von 20 mg Solanin pro 100 g Frischsubstanz als gesundheitsschädigend und ab einem Gehalt von 400 mg Solanin pro 100 g Frischsubstanz als tödlich gilt. Da die grünen Teile um den Stielansatz in der Tomatenfrucht Solanin enthalten, sollte man sie nicht nur aus Geschmacksgründen ausschneiden.

Grüne Stellen in der Tomate sollten ausgeschnitten werden.
Grüne Stellen in der Tomate sollten ausgeschnitten werden.
Gebratene grüne Tomaten trotz Solanin?
Wer kennt nicht den Film oder zumindest den Filmtitel "Grüne Tomaten", der nach einer amerikanischen Südstaaten-Speise benannt ist. Wer Tomaten nach Südstaaten-Art braten möchte, der sollte seine Tomaten möglichst nah an der Reifegrenze ernten, weil dann schon fast alles Solanin abgebaut ist, und nur kleine Mengen davon essen. Das gilt auch für Konfitüre aus grünen Tomaten und milchsauer eingelegte grüne Tomaten.

Tomaten nachreifen
Unreife Tomaten, die man ernten musste, weil beispielsweis ein Trieb abgebrochen oder die Gartensaison zu Ende ist, können bei 22 bis 27 Grad Celsius nachgereift werden. Licht benötigen die Tomaten für die Nachreife nicht.
Nachreifen ist in der Regel nicht mehr möglich, wenn die grünen Früchte bei 10 Grad Celsius oder niedriger gelagert wurden. Das heißt: Nicht zu lange mit dem Abernten warten und nicht erst kühl lagern und dann versuchen, nachzureifen.

Übrigens: Alle Bilder zeigen meine eigenen Tomaten, die im Kübel angebaut wurden. Die Sorte heißt laut Etikett "Tomate rundfrüchtig" und stammt aus dem leider sehr beschränkten Bio-Sortiment von Dehner. Die Früchte sind klein und hart wie Golfbälle, aber auch schnittfest und geschmacklich angenehm fruchtig süß-sauer. Sie passen gut in den Salat oder als Beilage zum Käsebrot.

Anzeige

Donnerstag, 25. Juli 2013

Blumenerden - torffreie sind anders

Blumenerden speichern Wasser und Nährstoffe
Es gibt gute Gründe, keine oder nur in Ausnahmefällen Blumenerden auf Basis von Torf zu verwenden. Im Laufe der Zeit habe ich verschiedene torffreie Blumenerden im Einsatz gehabt und stelle fest: Sie sind anders! 

Eine gute Blumenerde soll Wasser und Nährstoffe speichern können, aber gleichzeitig auch genügend Luft ins Substrat lassen, damit die Wurzeln gesund bleiben und ihre Arbeit tun können - nämlich Wasser und Nährstoffe aufnehmen und zu den oberirdischen Pflanzenteilen leiten. Torf war in dieser Hinsicht ein sehr gutes Substrat-Material, dazu auch noch nährstoffarm. Der Torf konnte von den Herstellern wie nach Rezept für jeden Zweck aufgekalkt und mit Nährstoffen organischer oder mineralischer Herkunft bevorratet werden.

Allerdings zerstört der industrielle Torfabbau die Moore und das sind schützenswerte Naturräume, die gleichzeitig enorme Wasser- und Kohlendioxid-Speicher sind. Deshalb macht es Sinn, statt torfhaltiger torffreie Blumenerden zu kaufen, die inzwischen von vielen Substratherstellern angeboten werden.

In den neuen torffreien Blumenerden und torffreien Bioerden für Pflanzen in Töpfen und Balkonkästen wird Torf durch Mischungen aus verschiedenen Materialien wie Rindenhumus, Holzfasern, Holzmehl, Grüngutkompost, Kokosfasern und Ähnlichem ersetzt. Wer die herkömmliche Blumenerde, Einheitserde oder andere Torfkultursubstrate auf Torfbasis gewohnt ist, wird allerdings feststellen, dass sich die torffreien Blumenerden von diesen unterscheiden - und jede einzelne Marke unterscheidet sich von der anderen, je nachdem welche Ausgangsmaterialien in welcher Zusammensetzung verwendet werden.

Manche torffreien Blumenerden enthalten mehr grobe Materialien und sind daher sehr besonders wasserdurchlässig - Pflanzen in solchen Erden muss man öfter in kleinen Mengen gießen, ähnlich wie bei Erden mit hohem Sandanteil. Solche grobstrukturigen Erden eignen sich besonders gut für Pflanzen mit empfindlichen Wurzeln. Andere torffreie Blumenerden enthalten sowohl grobe, als auch feinere Bestandteile (beispielsweise Ton beziehungsweise - bei eigenen Mischungen - Gartenerde mit Tonanteilen) und sind im Wasser- und Nährstoffhaltevermögen ähnlich wie Erden/Substrate aus Torf. Allerdings sieht man ihnen das nicht unbedingt an, denn sie wirken oberflächlich manchmal trocken und fühlen sich auch so an (denn oben liegen die groben Bestandteile), obwohl sie im Inneren und unteren Bereich des Topfes noch genügend Feuchtigkeit gespeichert haben (weil die feineren Bestandteile dorthin geschwemmt wurden, und die feineren Bestandteile sind die besseren Wasserfesthalter).

Bei torffreien Blumenerden heißt es daher, bis man ein Gespür für die neue Erde bekommen hat: Vor dem Gießen richtig tief mit dem Finger in der Erde bohren (oder ersatzweise einen Feuchtefühler = Tensiometer in den Kübel zu stecken), um die wahre Feuchtigkeit festzustellen, bevor man gießt. Kleinere Töpfe kann man auch hochheben, um abzuschätzen, wie viel Wasser noch im Substrat ist. Nach ein paar Mal Gießen bekommt man aber ein Gefühl dafür, wie die jeweilige Blumenerde auf das Gießen reagiert und wie oft man die darin befindliche Pflanze bei welchem Wetter gießen muss.

Auch das Nährstoff-Haltevermögen und die Nährstoff-Freisetzung können in torffreien Blumenerden anders als in der gewohnten torfhaltigen Blumenerde sein. Das ist aber kein Problem: Wenn man seine Pflanzen beobachtet - wie sie wachsen, wie Blätter und Blüten ausgebildet werden - sieht man, ob sie zu viel oder zu wenig Nährstoffe haben. Genau beobachten musste man seine Pflanzen auch schon bei den alten Blumenerden bzw. beim Einsatz von organischen Düngern, denn schon immer ist die Umsetzung von organischen Stoffen und damit die Nährstofffreisetzung/-verfügbarkeit auch von der Temperatur und der Feuchtigkeit abhängig und damit außerhalb eines Gewächshauses mit Klima-, Wasser- und Düngersteuerung nicht gut vorhersehbar - das Wetter macht schließlich, was es will.

Zum grünen Daumen gehörte schon immer eine gute Beobachtungsgabe. Und das hat sich mit torffreien Blumenerden nicht geändert.

Anzeige
Vivara Naturschutzprodukte

Weitere Informationen

Montag, 22. Juli 2013

Eingefangenes Gartenglück: Mein wundervoller Sommermorgen

Gartenglück am Sommermorgen - bevor die große Hitze kommt
Mein Beitrag zur Blogparade mit dem wunderschönen Thema Den Sommer einfangen

Heute hatte ich den perfekten Sommermorgen. Ich wachte ein bisschen später auf als sonst, denn ich hatte mir nach einem durchgearbeiteten Wochenende freigegeben. Verschlafen zog ich die Rollläden hoch und blinzelte in einen blauen Himmel. Ich öffnete Türen und Fenster und ließ den Sommermorgen herein.

Noch vor dem Frühstück trank ich eine Cola light, denn Cola symbolisiert für mich Urlaub - Cola musste bei meinen ersten Reisen ohne Eltern als Allheilmittel herhalten: Ersatz für sauberes Wasser, Gurgelmittel gegen Halsschmerzen und Durstlöscher mangels anderer alkoholfreier Getränke.

Nach dem Frischmachen trat ich auf die Terrasse hinaus und sog mit geschlossenen Augen die Morgenluft ein. Ich liebe diese Sommermorgen: Alles ist still, bis auf ein paar Vögel, die in den Bäumen zwitschern. Die Terrasse liegt noch im Schatten und ich kann meine Pflanzen in aller Ruhe versorgen - und dabei langsam in die Gänge kommen.

Gartenglück im Morgenlicht:
Verbene zwischen Lampenputzergras
Ich goss also die Balkonpflanzen meiner Nachbarn, dann meine eigenen Sommerblumen, Gemüse, Kräuter und Stauden auf der Terrasse, sprengte dann noch mein Staudenbeet und den Rasen auf dem Tiefgaragendach - obwohl ich Letzteres nicht sollte, aber das Gras tat mir eben leid, weil es da, wo der Feuerwehrweg ist, nur 2 cm Erde hat und schon recht braun ist. Und plötzlich stand ich da und dachte: Es gibt keinen Ort, wo ich jetzt lieber wäre, und es gibt nichts, was ich jetzt lieber täte, als hier im Garten an einem Morgen vor einem heißen Tag mit dem Gartenschlauch stehen und die Pflanzen gießen.

Morgenlicht auf dem Purpur-Sonnenhut
Echinacea purpurea 'Magnus'
Und weil ich heute ja eigentlich freihabe, holte ich mir anschließend einen großen Becher Kaffee nach draußen, setzte mich an den Terrassentisch und legte die Füße auf den anderen Stuhl, während ich den Anblick von Purpur-Sonnenhüten über Regenbogenschwingel-Gras und Zierlauch-Kugeln und den Duft von Lavendel und Schmetterlingsflieder genoss.

So schön wie heute waren die Stauden in meinem neuen Staudenbeet noch nie, dachte ich - wie fast jeden Tag der letzten Woche - und holte von drinnen die Kamera - wie fast jeden Tag dieser Woche. Doch so schön manche Bilder auch werden, zeigen sie doch nie das, was ich sehe, wenn ich auf mein kleines, mit Liebe angelegtes Staudenbeet schaue.

Da der Terrassentisch noch im Schatten lag, holte ich auch mein Notebook nach draußen - anders als sonst, wo ich mich gleich nach dem Gießen und Fotografieren hinter dem Schreibtisch verschanze. Ich checkte meine E-Mails und beantwortete Fragen auf meiner Garten-Seite bei Facebook, während zwei Amseln um mich herumhüpften und Verstecken oder so was spielten.

Im Morgenlicht: Chili 'Cayenne' - noch grün
Als schließlich die Sonne um die Ecke kam und ich meinen Platz auf der Terrasse eben räumen wollte, las ich gerade noch die Einladung zur Blogparade Den Sommer einfangen meiner Texttreff-Kollegin Katrin Zinoun und ich dachte, dass ich zwar keine Früchte zu Marmelade verarbeiten werde, um den Sommer in den Winter zu retten, aber dass ich den Moment meines heutigen Gartenglücks einfangen möchte.

Und so schrieb ich diesen Blogbeitrag, der mich im Winter daran erinnern soll, wie schön es war und vielleicht im nächsten Jahr wieder sein wird.






Anzeige
Pötschke Ambiente - die neusten Dekotrends für Haus und Garten


Anzeige in eigener Sache
Sie suchen eine Texterin, Bloggerin und Journalistin, die Fachfrau (Dipl.-Ing. für Gartenbau) und begeisterte Hobbygärtnerin ist? Ich schreibe für Kundenmagazine, Zeitschriften, Gartenblogs, Social Media und andere Kommunikationskanäle. eschumann@evaschumann.biz bei evaschumann.biz